Kulturkampf ums Schweinefleisch

Kulturkampf ums Schweinefleisch


Kommentar von Andreas Stegmüller

 

Wenn Ihr Kind am späten Nachmittag aus der Kita oder Schule kommt und sich beschwert, dass es dort keine Schnitzel mehr zum Essen gibt und es keine Lust hätte dort zu essen, da man nur so komische Sachen vorgesetzt bekommt, was denken Sie dann?

Wenn es von der Verwaltung her heisst das kein Geld für „bessere“ Kita oder Schulverpflegung vorhanden ist, zumal der Kitabesuch für Ihr Kind sowieso schon teuer ist, was denken Sie dann?

Wenn sie in den Medien erfahren, das die „Flüchtlingswelle“ Deutschland 2016 und 2017 ca. 50.000.000.000.- € kosten Zeit online, na, was denken Sie dann?

Ich denke:“Mir reichts!“

Der Vorsitzenden der offenbacher AfD Fraktion Christin Thüne hat es wohl auch gereicht und daher hat sie in der Stadtverordnetenversammlung der Stadt Offenbach am Main einen Antrag zur Wiedereinführung von Schweinefleisch in den örtlichen Kitas und Schulen gestellt. Natürlich muß so ein Antrag einen vernünftigen Grund haben und außerdem der Form entsprechen. So entstand dieser Antrag mit dem folgenden Wortlaut:

Antrag

Ausgewogene und vielfältige Ernährung für die Speisepläne an Offenbacher Schulen und Kitas

Die Stadtverordnetenversammlung möge beschließen:

In den Kantinen/Mensen der Offenbacher Schulen und Kindertagesstätten werden künftig wieder regelmäßig Gerichte mit Schweinefleisch angeboten.

Den kompletten Antrag gibt es hier.

Der Antrag wurde auch vorab als Pressemitteilung veröffentlicht und Herr Thomas Kirstein von der Offenbach Post konnte am 28.01.2017 die Gelegenheit nicht auslassen mal so richtig über die AfD her zuziehen.
Hier nur der Anfang als Zitat, denn einen Link zu diesem „Kommentar“ unter der Rubrik „Notizbuch der Woche“ gibt es leider nicht:

„Braucht kein Schwein

Früh im Jahr sei ein Tipp aufs Unwort 2017 gewagt: Die aus der Trump-Umgebung stammende Umschreibung „alternative Fakten“ für offensichtliche Unwahrheiten wird’s. Gäbe es auch eine Prämierung für den durchschaubarsten hinterhältigen politischen Antrag, haben wir auch schon einen vorläufigen Favoriten: Es handelt sich um jenen der Alternative für Deutschland (AfD), der den Titel Ausgewogene und vielfältige Ernährung für die Speisepläne an Offenbacher Schulen und Kita’s“ trägt.“

Herr Kirstein verliert seine Glaubwürdigkeit im Weiteren damit, in dem er sich in der Meinung versteigt, dass der AfD das Kindeswohl egal und der Antrag nur Quatsch wäre, etc. Er macht sich vielmehr Sorgen um eine vermeindliche Fremdenfeindlichkeit der AfD und außerdem bemängelt er das die Schweine deren Fleisch es in Kita- und Schulkantinen gibt, wohl nicht die glücklichsten gewesen wären. Das ist zwar traurig, doch dem könnte durch eine Verbesserung des Tierschutzes und der Zuchtbedingungen abgeholfen werden. Eine Abhilfe freilich die die etablierten Parteien, die er ja offensichtlich unterstützt, seit Jahrzehnten nicht geleistet haben. Und dann wären nicht nur die Schweine glücklicher und gesünder.

Außerdem ist er natürlich um die durch das Erzeugen von Viehfutter (Soja) verursachte Flüchtlingswelle und das vernichtete Trinkwasser in der Dritten Welt besorgt. Doch wie jeder wissen sollte, Wasser kann man nicht so ohne Weiteres vernichten, genau so wenig wie Energie, Wasser zirkuliert. Da haben wir wohl im Unterricht nicht aufgepasst Herr Kirstein. Sie meinen wohl eher, das das Wasser verschmutzt wird und so nicht mehr zum Trinkwasser taugt. Es handelt sich hierbei jedoch um ein technisches Problem, das man durchaus lösen kann. Und was die Flüchtlinge betrifft, sind derart pauschale Aussagen einfach nur lächerlich. Aber eins ist ja wohl klar, die AfD hat daran keine Schuld, denn den Schuh müssen sich andere anziehen.

Aber so genau nimmt er das wohl alles nicht und deshalb wundert dann auch die Schlußfolgerung kaum:
Braucht kein Schwein
Was? Ihren obsoleten Artikel etwa? Da stimme ich Ihnen zu!

Da haben Sie aber Glück gehabt, denn Frau Heike Habermann von der offenbacher SPD-Fraktion kam Ihr Artikel sehr gelegen und daher zitierte sie ihn auch genüßlich in der Sitzung. Das wundert mich natürlich nicht, da es ja wohl jedem klar sein sollte wer da wem als was dient. Auch konnte Frau Habermann es natürlich nicht lassen unaufgefordert die AfD Fraktion zurechtweisen zu wollen und behauptete stur: „Wir wollen in unserer Stadt solche Anträge nicht!“

Aha, wer ist da wir und wem gehört die Stadt? Und vor allem, wem steht es zu, die Anträge der anderen Stadtverordneten zu disqualifizieren und deren Zulässigkeit zu regeln. Macht man das etwa so im Landtag? Demokratie usw.? Das erinnert mich daran, das ich vor kurzem erfahren habe, dass ein Herr Schulz (SPD) vier Monate wegen seines Größenwahns in Therapie war.

Aber dieser Einstieg genügt Frau Habermann nicht. Nein, erst einmal in Fahrt gekommen wird der Teufel bei den Hörnern gepackt. Denn Frau Habermann hat wohl kein besonderes Interesse an der Kita- und Schulverpflegung durch eine finanzielle Unterstützung der Stadt etwas zu verbessern. Sie ergeht sich lieber in einer überflüssigen Motivationsforschung. Denn nach Ihrer Ansicht schürt der AfD Antrag diffuse Ängste (diffus, das paßt zu ihr) und die Botschaft die Frau Thüne Ihrer Meinung nach in die Köpfe bringen will ist:

  • diskriminierend
  • fremdenfeindlich
  • schäbisch
  • schürt Vorurteile
  • und außerdem!!!
  • postfaktisch weil unwahr

Wow, zweimal geschürt und einmal „postfaktisch“. Da ist es ja, das neue Lieblingsunwort linker Gedankenmanipulation. Zu meinem Glück fehlt mir nur noch der Populismus. Also wirklich Frau Habermann, sowas wie Sie, haben wir früher mal „Schreckschraubus Histericus“ genannt.

Als weiterer Redner meldet sich selbstverständlich der Schuldezernent Paul-Gehard Weiß (FDP) zu Wort und erklärt das es eher praktische Gründe sind auf das Schweinefleisch zu verzichten, es ist halt einfacher den Kindern das Fleisch anzubieten, das alle essen können. Außerdem gäbe es ja nicht nur muslimische sondern auch jüdische Kinder, die kein Schweinefleisch essen könnten.

***Haha, wie viele jüdisch Kinder gibt es denn in den offenbacher Schulen und Kitas die mit moslemischen Kindern überschwemmt sind?***

Die Schulen würden außerdem selbst bestimmen was auf den Tisch kommt und die Hälfte würde sowieso Schweinefleisch anbieten, die Aussage von Seiten der AFD wäre also falsch und man würde nur zündeln wollen.
Ob Herr Weiß uns jetzt bezüglich der Schulen die Wahrheit gesagt hat, muß noch geklärt werden. Er hätte sich aber das „zündeln“ verkneifen können.

Es geht hier schließlich um nichts anderes, als das ein Kind auch mal ein Schweineschnitzel in der Kita oder der Schule zu essen bekommt. Auch oder gerade weil es hier eine Überzahl an kulturfremden Kindern gibt, die ruhig mal Anteil an unserer Lebensart haben sollten. Und wenn sie halt aus irgendwelchen guten oder schlechten Gründen kein Schweinefleisch essen wollen, dann kann man ihnen ja so ein Sojaschnitzel geben. Das soll ja so gesund sein und dafür müssen auch keine Tiere sterben.

Es muß aber eines ohne Frage gelten:“Wer hier mit uns zusammen leben will, der muss sich auch auf uns einlassen und sich unserer Lebensweise anpassen. Alles andere ist eine Invasion“. Wenn sich aber ein deutscher Politiker nicht für unsere deutsche Leitkultur einsetzt und den „Kulturkampf“ grundlos verfrüht aufgibt, sollte er sich besser in den Urlaub oder Ruhestand begeben als seine Bürger derart gleichgültig im Stich zu lassen.

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